Ein wichtiges Signal der Solidarität
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Gute Eingliederungsmassnahmen gefragt
Allerdings darf uns dieses Ja nicht zum Übermut verleiten.Wir
wissen alle, dass die IV in den vergangenen Jahren finanziell in
eine sehr missliche Schieflage geraten ist und dass ohne Sanierung
sogar ihre Existenz bedroht worden wäre. Ebenfalls gelitten
hätte bei einer weiteren Schulden- und Defizitwirtschaft
auch die AHV,die für sich alleine betrachtet sehr solide ist.Nun
werden mit dem Ja die beiden Sozialwerke finanziell voneinander
unabhängig. Weiter werden die befristeten Mehreinnahmen
die IV-Rechnung auf eine gesunde Basis stellen.Auch auf
der Ausgabenseite beginnen die Gesetzesrevisionen Resultate
zu zeigen. Mit der 4. IV-Revision wurde eine professionellere
medizinische Abklärung eingeführt, die wesentlich zur Missbrauchsbekämpfung
beiträgt. Ebenfalls wurde die Eingliederung
in die Arbeitswelt mit einem ersten Schritt verbessert. Mit
der 5. IV-Revision, die Anfang 2008 in Kraft trat,wurde die Leitidee
der IV – Eingliederung vor Rente – noch stärker ins Zentrum
gerückt.Bereits heute zeichnet sich ab,dass das jährliche
Defizit stabilisiert werden konnte und dass die wiederkehrenden
Zuwachsraten der Vergangenheit angehören.
Bereits laufen die Vorarbeiten zur 6. IV-Revision, die weitere Sparmassnahmen zum Ziel hat. Hier sind die Verbände gefordert, darüber zu wachen, dass nicht auf dem Buckel der Schwächsten weitere Sparrunden eingeläutet werden. Wir wollen den Missbrauch wirksam bekämpfen.Wer missbräuchlich zu IV-Leistungen kommt,muss bestraft werden.Wir wollen, dass Menschen mit einem Handicap nach ihren Fähigkeiten in die Arbeitswelt und in das gesellschaftliche Leben integriert werden können. Auch sie haben ein Recht, in Würde zu leben! Was wir aber nie akzeptieren könnten, sind Sparmassnahmen bei der IV,die Gruppen von Menschen mit einem Handicap berechtigte Leistungen vorenthalten würden. Heute wird oftmals sehr leichtfertig von Missbrauch gesprochen, wenn Menschen wegen einer psychischen Erkrankung nicht mehr arbeitsfähig sind. Diese Menschen gegenüber körperlich Behinderten zu diskriminieren, wäre inakzeptabel. Unsere Solidarität gilt auch diesen Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – die Kraft zu einer positiven Lebenseinstellung nicht mehr aufbringen. Aber auch hier gilt es, mögliche Missbräuche zu verhindern. Gefragt sind professionelle medizinische Abklärungen und, darauf basierend, auch gute Eingliederungsmassnahmen. Populistische Sprüche und eine Gesetzesrevision, die zu einer Diskriminierung bezüglich der IVLeistungsberechtigung unter den Menschen mit einem Handicap führen könnte, können wir nie akzeptieren.
Zum Autor
Otto Piller ist Präsident von Curaviva Schweiz.

