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ots, 9. Dezember 2009

Hörgeräte: Wettbewerb schaffen statt IV und Behinderte belasten

Parlamentarische Gruppe für Menschen mit Hörbehinderung: pro audito schweiz und das Bundesamt für Sozialversicherungen zeigen, wie die überrissenen Hörgerätepreise gesenkt werden können
Die neue parlamentarische Gruppe "für Menschen mit Hörbehinderung" informierte heute in Bern über die 6. IV-Revision und deren Bedeutung für Hörbehinderte. Im Zentrum stehen die überrissenen Hörgerätepreise. pro audito schweiz betonte, es dürfe nicht nur bei den Leistungen zu Gunsten der Hörbehinderten gespart werden. Seitens des Bundesamtes für Sozialversicherungen (BSV) legten IV-Direktor Alard Du Bois-Reymond und Gregor Sprenger dar, wie wichtig es ist, die Beschaffung von Hörgeräten mittels wettbewerblicher Ausschreibung organisieren zu können. "So können IV und Hörbehinderte profitieren", sagte Du Bois-Reymond.
Nationalrat Rudolf Joder, Präsident der neuen parlamentarischen Gruppe für Menschen mit Hörbehinderung, argumentierte vor seinen Ratskollegen und vor pro audito-Vertretern, der Einsatz für Menschen mit Hörbehinderung sei wichtig. Bisher hat sich die Politik nicht speziell für diese eingesetzt. "Immer mehr Menschen leiden an Hörbehinderungen", sagt Joder. "Diese Tatsache müssen wir in den laufenden sozial- und gesundheitspolitischen Diskussionen vermehrt beachten."

Im Fokus der Veranstaltung stand das Problem der überhöhten Hörgeräte-Preise. Trotz laufend sinkender Produktionskosten in China oder etwa in Polen steigen die Durchschnittspreise der Geräte in der Schweiz an. Barbara Wenk, Präsidentin von pro audito schweiz forderte, nötige Einsparungen dürften deshalb nicht einseitig zu Lasten der Hörbehinderten gehen. Die Integration Hörbehinderter müsse zudem sicher gestellt werden. "Leistungskürzungen führen jedoch zu mehr IV-Renten", sagte Wenk. Genau das gelte es zu vermeiden. Gregor Sprenger, Spezialist für den Bereich Hörgeräte im BSV erläuterte, weshalb die IV künftig mit wettbewerblichen Ausschreibungen auf die Preise einwirken will: "Die heutigen Instrumente wie Tarifvertrag, Höchstbeitrag und Pauschale setzen bei den IV-Leistungen an". Damit könne - im Gegensatz zur Ausschreibung - "keine Preise gesenkt und kein Wettbewerb erzeugt werden". IV-Chef Alard Du Bois-Reymond betonte, in den kommenden parlamentarischen Diskussionen über die 6. IV-Revision müsse deutlich werden, um was es wirklich gehe: "Es geht um ungerechtfertigte Gewinne der Branche - zu Lasten der IV und der Behinderten. Das dürfen wir nicht länger akzeptieren". Beispiele anderer Ländern zeigten, wie mittels Ausschreibung echter Markt erzeugt werde, sagte Du Bois-Reymond.

IV-Chef bekräftigt Vorwürfe gegen Hörgeräte-Branche

Der abtretende IV-Chef Alard Du Bois-Reymond bekräftigt seine Kritik an der Hörgeräte-Branche. Diese mache "ungerechtfertigte Gewinne zu Lasten der IV und der Behinderten". Das sei inakzeptabel. Beispiele anderer Ländern zeigten, wie mittels Ausschreibung echter Markt erzeugt werde.

Bern. – Im Rahmen einer Sessionsveranstaltung informierte die neue parlamentarische Gruppe "für Menschen mit Hörbehinderung" in Bern über die 6. IV-Revision und deren Folgen für Hörbehinderte. Im Zentrum standen die Hörgerätepreise, die auch von der Hörberhinderten-Organisation pro audito schweiz als überrissen beurteilt werden. Trotz laufend sinkender Produktionskosten in China oder etwa in Polen stiegen die Durchschnittspreise in der Schweiz an, heisst es in einer Mitteilung der parlamentarischen Gruppe, welche vom Berner SVP-Nationalrat Rudolf Joder präsidiert wird. Der Hörgerätemarkt steht auch bei der Wettbewerbskommission (Weko) unter Beobachtung. Seitens des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) legten IV-Direktor Du Bois-Reymond und Hörgeräte-Spezialist Gregor Sprenger dar, wie wichtig die Beschaffung von Hörgeräten mittels Ausschreibung sei, heisst es in der Mitteilung weiter. Die heutigen Instrumente wie Tarifvertrag, Höchstbeitrag und Pauschale setzten bei den IV-Leistungen an. Damit könnten - im Gegensatz zur Ausschreibung - keine Preise gesenkt und kein Wettbewerb erzeugt werden. (sda)

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