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Neue Luzerner Zeitung, Onlineausgabe 21.11.2009

Sympathien für Paraplegiker werden hart geprüft

Streit um Paraplegiker-Stiftung.Verena Banz, Moritz Brügger, Rudolf Frauchiger.

Der umstrittene Stiftungsratspräsident Bruno Frick tritt ab, um als Stiftungsrat weiterzumachen. Wer so viele Fehler macht und gehen muss, wird in der Privatwirtschaft sofort freigestellt, im Sinne der Schadensbegrenzung. Doch Frick will noch bis Ende März 2010 als Präsident weitermachen und sich dann als Stiftungsrat einnisten.

Dafür setzen sich vor allem drei Stiftungsräte ein und drohen, zu gehen, wenn Frick gehen muss. Der Erste ist Ringier-Manager Hans-Jürg Deutsch. Ringier hat den Druckauftrag der Zeitschrift «Paraplegie», der immerhin über 1 Million Franken beträgt. Der Zweite ist Ernst Kohler, Geschäftsleiter der Rega und gleichzeitig auch Vorstandsmitglied der Gönnervereinigung der Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Als die Paraplegiker an der Generalversammlung der Gönnervereinigung vom 21. Oktober vier zusätzliche Vorstandsmitglieder zur Wahl vorschlugen, versuchte Frick zu retten, was zu retten war. Er gab Kohler pausenlos per SMS Anweisungen, was der Vorstand und vor allem der Präsident Heinz Frei zu tun hätten, um die Wahl der vier Neuen zu verhindern. Glücklicherweise vergeblich.

Der Dritte ist Victor Schmid, seines Zeichens ehemaliger EDI-Mitarbeiter mit guten Verbindungen zur Eidgenössischen Stiftungsaufsicht (ESA). Sein Lobbying ist offenbar Gold wert. Immerhin konnte die ESA Bruno Frick trotz fehlender Qualifikation und Erfahrung zur Führung eines Unternehmens dieser Grössenordnung als Präsidenten einsetzen. Ich frage mich, warum sich die ESA auch seit Wochen in vornehmer Zurückhaltung übt.
Verena Banz, ehemalige Leiterin der Gönnervereinigung der Paraplegiker-Stiftung, Luzern

Was viele Gönner der Paraplegiker-Stiftung bestimmt nicht begreifen werden, dass Guido A. Zäch nach Nottwil zurückkehrt, schuldet er der Stiftung doch immer noch 750 000 Franken veruntreutes Geld. Auf Wunsch von Zäch wurde die Rückzahlung an die Stiftung auf fünf Jahre sistiert. Angeblich, weil seine Kinder in Ausbildung sind. Zäch soll ein Jahresgehalt von 130 000 Franken erhalten. Viele Gönner werden es sich wohl überlegen, ob sie ihren Beitrag weiterhin zahlen werden. Würde ein Normalverdiener solche Veruntreuungen begehen, müsste er die Strafe im Wauwilermoos absitzen und im Stall oder auf dem Feld arbeiten. An Zäch sieht man, wie es zu- und hergeht, wenn gewisse Bürger vor Gericht kommen.
Moritz Brügger, Geuensee

Jegliche Sympathien mit den Paraplegiker-Organisationen werden derzeit einer harten Prüfung unterzogen. Unbestritten sind die Solidarität mit den Betroffenen und die Unterstützung von zielgerichtetem Engagement. Erschreckend ist jedoch der Rückfall in die zuletzt skandalöse Zäch-Ära. Geradezu beängstigend finde ich die Hörigkeit und Kurzsichtigkeit einiger Exponenten, die wider besseres Wissen den gestrauchelten Ex-Patron reaktivieren. Des Letzteren Verhalten bezüglich Schuldenbegleichung ist eine schiere Frechheit, die von Unbelehrbarkeit zeugt.

Noch unerhörter ist einzig das nebulöse neue Jobangebot zu einem Salär, für das ein mittelständischer Schweizer ein Jahr lang hart arbeiten muss. Generell verwerflich sind die publik gewordenen fürstlichen Entschädigungen, die sich die Führung mitunter aus Gönnerbeiträgen leistet. Das sind mehr als genügend Negativattribute, die sich angesammelt haben. Wenn eine Behindertenorganisation sich derart dreist und unverschämt solche Eskapaden erlaubt, ist zu viel zweckentfremdetes Geld vorhanden. Wir haben das Recht, durch das Aussetzen des Gönnerbeitrages gegen solche Machenschaften zu protestieren, bis wieder Vernunft und Realitätssinn einkehren.
Rudolf Frauchiger, Emmenbrücke

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